Bugs, Bugs, Bugs

Viele kennen es. Man möchte in Eile noch schnell etwas ausdrucken. Der Drucker funktioniert jedoch nicht, der Billetautomat auch nicht. Und der Zug bleibt auf offener Strecke stehen, vermutlich wegen eines Software Bugs. Leider wurde noch kein Mittel entwickelt, um diese lästigen Viecher gänzlich auszurotten. Bereits 1977 hat Caspers Jones abgeschätzt, dass pro 1000 Zeilen Code mit einer bestimmten Anzahl Bugs zu rechnen ist, welche falsche Ergebnisse oder unerwartetes Verhalten von Computerprogrammen verursachen. Aus Compliance Sicht ist also immer mit Bugs zu rechnen. Was bedeutet das?

Die Zahlen von Jones sind irritierend. Bei grösseren Programmen ist mit 4 bis 100 Fehler pro KLOC (1000 lines of code) zu rechnen. Die Boeing 787 Dreamliner (Mark Wagner, Guy Norris) enthält rund 6500 KLOC. Somit ist total zwischen 26'000 und 650'000 Fehlern zu rechnen. Man wundert sich, weshalb nicht mehr Software Probleme auftauchen. Ein Grund ist, dass nicht alle Bugs gleich häufig in Erscheinung treten. Systeme, die schon längere Zeit intensiv genutz werden, enthalten tendenziell weniger häufig auftretende Bugs, als Neuentwicklungen. Tatsache ist aber ist, dass auch bei altgedienten Legacy Systemen Bugs nicht generell auszuschliessen sind. Aus Compliance Sicht soll man also nicht in der Kategorien "bug free" denken, sondern einen risikobasierten Ansatz verfolgen, um die Häufigkeit und Auswirkungen von Bugs zu reduzieren.

 

Datenschutzgesetz

Das Schweizer Datenschutzgesetz wurde 2020 total revidiert und ist in seiner neuen Fassung am 1. September 2023 in Kraft getreten, zusammen mit der neuen Datenschutzverordnung (DSV). Die Revision selbst ist abgeschlossen, aber die Anwendungspraxis entwickelt sich weiter. Besonders relevant ist das Thema KI: Der EDÖB hat am 8. Mai 2025 bestätigt, dass das DSG technologieneutral und direkt für alle KI-Anwendungen gilt. Praktisch heisst das u.a., dass Nutzer wissen müssen, ob sie mit KI kommunizieren (Transparenzpflicht, Art. 19), und dass eine Datenschutz-Folgenabschätzung bei hohem Risiko – etwa bei Profiling oder Gesichtserkennung – obligatorisch ist (Art. 22). Das Bundesamt für Justiz (BJ) erarbeitet bis Ende 2026 eine Vernehmlassungsvorlage zur KI-Regulierung. Damit wird die Schweiz die KI-Konvention des Europarats umsetzen.

Eurospider Information Technology AG
Winterthurerstrasse 92
8006 Zürich

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen