RobbySpider Vorfahren (1)

Seit 2019 übernimmt RobbySpider in der KYC Toolbox wichtige Compliance-Aufgaben wie beispielsweise On-Boarding und Risikoverifikation. Dies ist ein gute Gelegenheit, einen Blick auf die prominenten Chatbot-Vorfahren von RobbySpider zu werfen. Wir beginnen mit dem Pioniersystem GUS [1], welches 1977 am legendären Xerox PARC [2] entwickelt wurde. GUS basiert auf sogenannten Frame-Datensätzen. Dieses Prinzip des "frame-based slot-filling" ist heute noch aktuell und kommt unter anderen bei SIRI von Apple zur Anwendung [3].

Die Kontrolle bei GUS basiert auf einer Agenda, mit der in dieser Mehrprozessumgebung iterativ die nächst zu erledigende Aufgabe bestimmt wird. Bei der Erledigung einer Aufgabe, entstehen neue Aufgaben, die ebenfalls in die Agenda eingetragen werden. Frames sind bei GUS die zentralen Datenstrukturen. Ein Frame enthält sogenannte Slots, welche nicht einfach aus Key-Value-Paaren bestehen, sondern anstatt eines Werts auch anhand von Prozeduren vorgeben, wie ein Slot-Wert ermittelt wird. Es gibt zwei Prozedur-Arten. Die Demon-Prozeduren werden automatisch ausgeführt, wenn das Frame modifiziert wird. Die Demon-Prozedur versucht dann, dank der Modifikation etwas zusätzliches herzuleiten. Die Servant-Prozeduren bilden die zweite Art. Eine Servant-Prozedur berechnet nur dann einen Wert, wenn dieser woanders benötigt wird.

chart both

Bei GUS sind Dialoge möglich, welche nicht ausschliesslich von der Maschine gesteuert werden. Auch der Mensch kann bis zu einem gewissen Grad die Intiative ergreifen (mixed initiative). Damit wird das Spektrum der möglichen Aussagen des menschlichen Konversationspartners signifikant vergrössert und die Interpretation erschwert. Deshalb haben die Entwickler bei ihren GUS-basierten Systemen darauf geachtet, dass die Masschine die Kontrolle des Dialogs problemlos wieder übernehmen kann, und dass der Dialog in einer eingeschränkten Domäne stattfindet.

 

Bemerkungen und Links:

[1] Genial Understander System (GUS) bedeutet auf Deutsch etwa ein liebeswürdes, leutseliges System, das zuhört und versteht.

[2] Xerox Palo Alto Research Center (Xerox PARC)

[3] Conversational Agents, Lecture by Dan Jurafsky at Stanford University, CS 124/LINGUIST 180 From Languages to Information

[4] M. Kaplan, M. Kay, D. A. Norman, H. S. Thompson, und T. Winograd, „GUS, A Frame-Driven Dialog System", Artif Intell, Bd. 8, S. 155–173, 1977.

Datenschutzgesetz

Das Schweizer Datenschutzgesetz wurde 2020 total revidiert und ist in seiner neuen Fassung am 1. September 2023 in Kraft getreten, zusammen mit der neuen Datenschutzverordnung (DSV). Die Revision selbst ist abgeschlossen, aber die Anwendungspraxis entwickelt sich weiter. Besonders relevant ist das Thema KI: Der EDÖB hat am 8. Mai 2025 bestätigt, dass das DSG technologieneutral und direkt für alle KI-Anwendungen gilt. Praktisch heisst das u.a., dass Nutzer wissen müssen, ob sie mit KI kommunizieren (Transparenzpflicht, Art. 19), und dass eine Datenschutz-Folgenabschätzung bei hohem Risiko – etwa bei Profiling oder Gesichtserkennung – obligatorisch ist (Art. 22). Das Bundesamt für Justiz (BJ) erarbeitet bis Ende 2026 eine Vernehmlassungsvorlage zur KI-Regulierung. Damit wird die Schweiz die KI-Konvention des Europarats umsetzen.

Eurospider Information Technology AG
Winterthurerstrasse 92
8006 Zürich

 

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