Transaktionsüberwachung

Ein Transaktionsüberwachungssystem dient der Erkennung von Transaktionen mit erhöhten Risiken (Art. 20 Abs. 2 GwV-FINMA). Statistiker nennen solche Aufgabenstellungen respektvoll "ill-posed problems", weil es nicht immer eine Lösung gibt, oder weil keine eindeutige Lösung existiert. Die Statistiker lieben es, solche Probleme zu lösen. Häufig versuchen sie es zuerst mit der Indikatorenmethode. Bei diesem Ansatz werden Indizien ermittelt, welche Hinweise für Risiken sind. Je mehr Hinweise erkannt wurden, umso wahrscheinlicher ist eine Transaktion risikobehaftet. Welche Hinweise wie zu kombinieren und zu gewichten sind, wird mit maschinellem Lernen berechnet.

Die Vorgehensweisen bei FIAT- und Krypto-Transaktionen unterscheiden sich nicht wesentlich. Es sind grundsätzlich die gleichen Probleme zu lösen:

  • Welche Informationen stehen zur Verfügung, um Indikatorenwerte zu berechnen? 
  • Welche Indikatioren korrelieren mit dem Risiko? 
  • Sind die Indikatoren voneinander abhängig, was eine einfache Kombination erschwert? 
  • Welche Methode des maschinellen Lernens eignet sich am besten? 
  • Sind für die gewählte Lernmethode genügend Trainingsdaten vorhanden, um die Risikoberechnung so zu optimieren, dass die Fehler akzeptabel sind?

Datenschutzgesetz

Das Schweizer Datenschutzgesetz wurde 2020 total revidiert und ist in seiner neuen Fassung am 1. September 2023 in Kraft getreten, zusammen mit der neuen Datenschutzverordnung (DSV). Die Revision selbst ist abgeschlossen, aber die Anwendungspraxis entwickelt sich weiter. Besonders relevant ist das Thema KI: Der EDÖB hat am 8. Mai 2025 bestätigt, dass das DSG technologieneutral und direkt für alle KI-Anwendungen gilt. Praktisch heisst das u.a., dass Nutzer wissen müssen, ob sie mit KI kommunizieren (Transparenzpflicht, Art. 19), und dass eine Datenschutz-Folgenabschätzung bei hohem Risiko – etwa bei Profiling oder Gesichtserkennung – obligatorisch ist (Art. 22). Das Bundesamt für Justiz (BJ) erarbeitet bis Ende 2026 eine Vernehmlassungsvorlage zur KI-Regulierung. Damit wird die Schweiz die KI-Konvention des Europarats umsetzen.

Eurospider Information Technology AG
Winterthurerstrasse 92
8006 Zürich

 

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok Ablehnen